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Die Boeing 777 Produktfamilie: Beliebt bei Passagieren und Airlines auf der ganzen Welt

Die Boeing 777-Familie: Beliebt bei Passagieren und Airlines auf der ganzen Welt

Die 777-Familie ist eine komplette Flugzeugfamilie, die bei Passagieren und Airlines auf der ganzen Welt beliebt ist. Die auf dem Markt führende 777-Familie besteht aus sechs Flugzeugen: fünf Passagiermodellen mit der Möglichkeit, non stopp zu fliegen und so überfüllte Drehkreuze zu umgehen, und einem Frachtermodell.
Das Design der 777 stellt sicher, dass das Flugzeug den Ansprüchen des Marktes und den Kundenwünschen entspricht. Das Ergebnis ist eine Flugzeugfamilie, die sich durch ihre Treibstoffeffizienz, geräumige Kabine, Reichweite, Kommunalität und Zuverlässigkeit auszeichnet. Die 777 bietet die größte Nutzlast, Reichweite und Wachstumspotential auf dem Markt der mittelgroßen Flugzeuge – mit niedrigeren Betriebskosten.

Eine komplette Familie – breite Marktabdeckung und Kommunalität

Seit dem Programmstart im Juni 1995 hat Boeing die 777-Familie auf fünf Passagiermodelle und eine Frachterversion erweitert. Der Nutzen für Airlines besteht in einer Flugzeugfamilie, die einen breiten Markt abdeckt und ihrer Kommunalität.
Die 777 bietet Platz für 301 bis zu 368 Passagieren in einer Drei-Klassen-Konfiguration bei einer Reichweite von 9.640 bis 17.500 Kilometern.
Die 777-200 kann 305 Passagiere bis zu 9.695 Kilometer befördern. Die 777-300 transportiert 368 Passagiere bis zu 11.135 Kilometer weit. Die 777-200ER (extended range) befördert 301 Passagiere auf einer Strecke bis zu 14.260 Kilometern.
Boeing hat zwei neue Flugzeuge mit längerer Reichweite eingeführt, die Airlines zusätzliche Flexibilität auf non stopp Flügen bieten. Im Mai 2004 hat Boeing die erste 777-300ER ausgeliefert, die Platz für 365 Passagiere bietet und über eine Reichweite von 14.685 Kilometer verfügt. Im Februar 2006 lieferte Boeing den ersten 777-200LR Worldliner aus, der 301 Passagiere bis zu 17.500 Kilometer weit befördert. Die 777-200LR ist das Flugzeug mit der weltweit längsten Reichweite und ist in der Lage, nahezu jedes Städtepaar auf der Welt miteinander zu verbinden.
Im Mai 2005 brachte Boeing den 777-Frachter auf den Markt. Er basiert auf der 777-200LR und wird bei maximaler Nutzlast und der üblichen Marktdichte 9.045 Kilometer weit fliegen können. Das macht ihn zum weltweit leistungsstärksten zweistrahligen Frachter.

Tragflächendesign

Durch das fortschrittliche Tragflächendesign der 777 mit einer Spannweite von 60,9 Metern, kann das Flugzeug höhere Reisegeschwindigkeiten erreichen, schneller steigen und höher fliegen als vergleichbare Flugzeuge. Die Tragflächen ermöglichen eine volle Passagierauslastung auch bei Flügen aus hochgelegenen Flugplätzen in heißen Regionen.
Die 777-200LR und 777-300ER wurden mit ca. 2 Meter langen abgewinkelten Flügelspitzen versehen, um die Aerodynamik des Flügels insgesamt zu verbessern. Diese „raked wingtips“ ermöglicht den Start von einer kürzeren Startbahn, erhöht die Steigleistung und reduziert den Treibstoffverbrauch.

Zwei Triebwerke – Treibstoffeffizient, leise und zuverlässig

Die drei Triebwerkhersteller haben für den Antrieb der 777 effizientere und leisere Mantelstrom-Triebwerke entwickelt. General Electric bietet die GE90-Serie,  Rolls-Royce die Trent 800-Triebwerkserie und Pratt & Whitney bieten die PW4000-Triebwerkserie an. Für die 777 mit verlängerter Reichweite ist GE der exklusive Triebwerkspartner mit den GE90-115B und GE90-110B. Alle drei Triebwerke bieten eine hervorragende Treibstoffeffizienz.
Entscheidend für diese Leistung sind neue Gebläse mit größerem Durchmesser und breiteren Ventilatorenflügeln und Nebenstromverhältnissen, die sich zwischen 6:1 und 9:1 bewegen. Das ist vergleichbar mit der typischen 5:1-Relation der Triebwerke in früheren Großraumflugzeugen.
Leichter durch Materialien
Bei der 777 werden neue, leichte und kostengünstige Materialien verwendet um das Gesamtgewicht des Flugzeugs zu reduzieren und zu der Treibstoffeffizienz der 777 beizutragen. In der oberen Tragflächenbeplankung und der Längsversteifung beispielsweise wird eine weiterentwickelte Aluminiumlegierung verwendet. Bekannt als „7055“ bietet diese Legierung größere Druckfestigkeit als frühere Legierungen und ermöglicht den Entwicklern, Gewicht einzusparen und gleichzeitig die Witterungs- und Ermüdungsbeständigkeit zu verbessern.
Der Fortschritt in der Entwicklung und Herstellung von Gewicht sparenden, fortschrittlichen Verbundswerkstoffen ist bei der 777 offensichtlich. In den vertikalen und horizontalen Rumpfenden finden in neuartigem gehärtetem Harz eingebettete Karbonfasern Verwendung. Auch die Bodenholme der Kabine werden aus diesen weiterentwickelten Verbundwerkstoffen gefertigt.
Andere Verwendungen von Verbundwerkstoffen finden sich in Sekundärstrukturen wie in aerodynamischen Verschalungen. Verbundwerkstoffe einschließlich Harzen und Klebstoffen, machen neun Prozent des strukturellen Gewichts der 777 aus. Dies ist die gleiche Art von Verbundwerkstoffen, die beim 787 Dreamliner genutzt werden.

Cockpit und Flugzeugsysteme

Auf Wunsch der Fluglinien wurde das Cockpit der 777 horizontal angelegt, ähnlich wie bei der 747-400. Die wichtigsten Flug-, Navigations- und Triebwerksinformationen werden auf sechs großen Bildschirmen angezeigt.
Obwohl diese Bildschirme konventionellen Röhrenbildschirmen (CRT) ähneln, integrieren sie die fortschrittliche LED-Technologie. Die neuen „flat panel displays“ sind etwa halb so tief wie CRTs. Neben der Platzersparnis wiegen die neuen Bildschirme weniger und benötigen weniger Strom. Außerdem erzeugen sie weniger Hitze, was zu einer größeren Zuverlässigkeit und einer längeren Betriebsdauer beiträgt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Bildschirme nicht schwere, komplexe Klimaanlagen benötigen, mit denen in älteren Cockpits die Geräte gekühlt werden. Die Piloten schätzen die Tatsache, dass die Flachbildschirme unter allen Bedingungen klar sichtbar bleiben, auch bei direkter Sonneneinstrahlung.
Drei multifunktionale Kontrollbildschirme (CDUs), installiert im Sockel des Mittelgangs, bieten Datenansicht und Eingabemöglichkeiten für verschiedene Funktionen des Flugmanagements. Diese Bildschirme sind die Hauptschnittstellen eines integrierten „Airplane Information Management Systems“ (AIMS). Die CDUs haben Farbbildschirme, ein weiteres Zugeständnis an Marktvorlieben. Durch die Farbigkeit können Piloten Informationen schneller erfassen.
AIMS verschafft der Flug- und Wartungscrew alle relevanten Informationen über den Gesamtzustand des Flugzeugs, Wartungserfordernisse und entscheidende Betriebsfunktionen, einschließlich Flug-, Triebkraft- und Kommunikationsmanagement.
Die Flugbesatzung überträgt die Kontroll- und Manöverbefehle über elektrische Kabel, unterstützt durch Computer, direkt zu den hydraulischen Steuermotoren für die Höhenruder, Seitenruder, Querruder und anderen Steueroberflächen. Dieses Drei-Achsen Flugkontrollsystem „fly-by-wire“ spart Gewicht, vereinfacht Werksmontagen im Vergleich zu den konventionellen mechanischen Systemen, die sich auf Stahlkabel stützten, und benötigt weniger Ersatzteile und weniger Wartung von Seiten der Fluglinie.
Ein Schlüsselelement des 777-Systems ist eine von Boeing patentierte digitale Zweiwege-Datensammelschiene, die als neuer Industriestandard ARINC 629 übernommen wurde. ARINC 629 ermöglicht Flugzeugen und angeschlossenen Computern durch eine gemeinsame Kabelleitung – eine verdrillte Leitung aus zwei Strängen anstatt separater Einweg-Kabelverbindungen – miteinander zu kommunizieren. Dies vereinfacht die Montage noch mehr und spart Gewicht, während die Verlässlichkeit durch eine reduzierte Anzahl an Leitungen und Anschlussstücken erhöht wird. Es befinden sich elf ARINC 629 in der 777.
Die 777 war das erste Boeingmodell, das standardmäßig  mit dem „Enhanced Ground Proximity Warning System“ (EGPWS) ausgerüstet wurde. Das EGPWS zeigt eventuell gefährlich werdendes Gelände an und gibt vor einem möglichen Geländekonflikt ein akustisches Warnsignal von bis zu einer Minute im Voraus ab. Das akustische Warnsignal früherer Systeme hatte eine Dauer von etwa zehn bis 15 Sekunden. Das EGPWS enthält eine eigens eingebaute digitale Geländekarte, die es ständig mit den Positionsdaten aus dem Navigationssystem abgleicht.
Ein neues Merkmal des 777-300ER und 777-300 Cockpits ist das zusätzliche „Ground Maneuver Camera System“ (GMCS), das den Piloten mit Kamerablicken auf das Bugfahrwerk und Teile des Hauptfahrwerks beim Manövrieren am Boden unterstützen soll. Die Kameras befinden sich an der Eintrittskante der linken und rechten horizontalen Höhenflosse und an der Unterseite des Flugzeugrumpfes und werden während des Manövrierens am Boden eingesetzt. Die Bilder werden auf dem dreigeteilten Multifunktionsbildschirm des Flugdecks dargestellt.

Die charakteristische Boeing-Inneneinrichtung

Die 777 besitzt eine der großräumigsten Passagierkabine, die jemals entwickelt wurden und bietet den Betreibern außerdem eine unübertroffene Flexibilität in der Gestaltung des Innenraums. In von den Fluglinien bestimmten Bereichen, besonders im Türbereich, wurden flexible Zonen eingerichtet. In Schritten von 2,5 cm können Bordküchen und Toiletten überall innerhalb dieser Zonen angebracht werden, da diese von vornherein so konstruiert wurden, dass Kabel, Rohrleitungen und Befestigungen für Spannvorrichtungen untergebracht werden können. Passagierservicebereiche und die Gepäckfächer wurden so konstruiert, dass sie schnell und ohne Beschädigung der Deckenverkleidung, der Klimakanäle oder der tragenden Struktur entfernt werden können. Im Regelfall dauert der Umbau des Innenraums nur 72 Stunden, während eine solche Umstellung bei anderen Flugzeugen zwei oder drei Wochen dauern kann.
Die großen oberen Gepäckfächer bieten den Passagieren mehr Stauraum. Sowohl die äußeren als auch die mittleren Gepäckfächer öffnen sich nach unten und können so bequem beladen werden. Wenn sie geschlossen sind, passen sie sich den stromlinienförmigen Konturen der Innenarchitektur an und beeinträchtigen die Kabinenhöhe nicht.
Für einen verbesserten und leistungsfähigeren Flugservice wurde die 777 mit einem fortschrittlichen Kabinen-Management-System ausgestattet. Das Kabinen-Management-System ist mit einer computergesteuerten Kontrollkonsole verbunden und hilft der Kabinencrew bei vielen Aufgaben. Darüber hinaus ermöglicht es den Fluglinien, ihren Passagieren zusätzlichen Service zu bieten, einschließlich eines digitalen Soundsystems, das sich mit den modernsten privaten Stereoanlagen oder CD-Spielern messen kann.
Weltweite Befragungen von Tausenden von Fluggästen, die vor allem Langstrecken fliegen, zeigten, dass diese Passagiere im Vergleich zu anderen Flugzeugen bevorzugt mit der 777 fliegen.

Fahrwerk

Das Hauptfahrwerk der 777 ist eine Standardgliederung mit zwei Säulen, besitzt aber ein Fahrgestell mit sechs Rädern anstatt der üblichen vier Räder. Dies bietet dem Fahrwerk insgesamt zwölf Räder für eine bessere Gewichtsverteilung auf den Start- und Landebahnen und vermeidet ein zusätzliches zweirädriges Fahrwerk in der Mitte unter dem Flugzeugrumpf. Das Fahrwerk der 777 ist das größte, das jemals in ein Verkehrsflugzeug eingebaut wurde.
Die 777 mit verlängerter Reichweite besitzen alle ein neues und verbessertes Fahrwerk. Aufgrund ihrer ausnehmenden Länge hat die 777-300ER ein Fahrwerk, das ihr den Start von einer kürzeren Startbahn erlaubt.
Hohe Zuverlässigkeit und Qualität
Aufgrund neuer Design- und Testinitiativen gelang es, schon bei der ersten 777 einen ungleich höheren Verlässlichkeitsgrad zu gewährleisten als bei früheren Einführungen neuer Jetflugzeuge. Heute profitieren die Betreiber der 777 von einer zuverlässigen Abfertigungsrate von 99 Prozent, die in der Branche unübertroffen ist.
Entwicklungs- und Konstruktionsteams haben die Vertreter der verschiedenen an der Flugzeugentwicklung beteiligten Disziplinen sowie Zulieferer und Airline-Vertreter zusammengebracht und konnten deshalb gleichzeitig an der Baukonstruktion sowie der Systemplanung der 777 arbeiten.


Stand: Februar 2008

Technische Eigenschaften der 777-Familie

 

777-200

777-200ER

777-300

Passagiere

Typische 3-Klassen Konfiguration

Typische 2-Klassen Konfiguration

Typische 1-Klassen Konfiguration

 


305


400


bis 440

 


301


400


bis 440

 


368


451


bis 550

Luftfracht

Gesamtvolumen 150 m 3 für bis zu 6 Paletten,

 

14 LD-3 Container,


plus 17m 3 Großfracht

Wie bei der 777-200

Gesamtvolumen 202 m 3 für acht 2,4m x 3,2m Paletten auf dem vorderen Unterdeck,

20 LD-3 Container auf dem hinteren Unterdeck

und 17 m 3 Großfracht

Triebwerke
(Maximale Schubkraft)

Pratt & Whitney 4077 34,9 t

Rolls-Royce Trent 877 34,4t

GE GE90-77B
34,9t

Pratt & Whitney 4090 40,8t

Rolls-Royce Trent 895 42,3t

GE GE90-94B
42,5t

Pratt & Whitney 4098 44,4t

Rolls-Royce Trent 892
40,8t

GE90-94B
42,5t

Maximale Treibstoffkapazität

117.340 Liter

171.170 Liter

171.160 Liter

Maximales Startgewicht

247.200 kg

297.550 kg

299.370 kg

Maximale Reichweite

9.695 km

14.260 km

11.135 km

Typische Städteverbindungen

London - New York

Denver - Honolulu

Tokio - San Francisco

London - Los Angeles

Tokio – Sydney

Chicago - Seoul

Tokio – Singapur

Honolulu – Seoul

San Francisco - Tokio

Typische Reise-geschwindigkeit
(in 35.000 Fuß Höhe)

Mach 0,84

Mach 0,84

Mach 0,84

Grundmaße

Spannweite
Gesamtlänge
Höhe des Rumpfendes
Breite der Innenkabine
Durchmesser

 

60,9 m
63,7 m
18,5 m
5,86 m
6,19 m

 

60,9 m
63,7 m
18,5 m
5,86 m
6,19 m

 

60,9 m
73,9 m
18,5 m
5,8 m
6,19 m

 

Stand: Mai 2006